Denglisch – Buchstabensalat To Go

„Meine Oma früher: Schnippelte Obst in eine Schüssel und nennt es Obstsalat. Influencer heute: Schnippelt Obst in eine Schüssel, nennt es vegane, laktosefreie Fruit Bowl und preist das innovative Rezeptbuch dazu für €16,95 an.“

Dieses Paradebeispiel für „Denglisch“, das Untermischen englischer Begriffe in die deutsche Sprache, fand ich kürzlich in den sozialen Medien. In erster Linie hat es mich köstlich amüsiert, aber auch zu diesem Blogartikel angeregt. Inzwischen ist es ja schon normal geworden, dass sich immer mehr englische Wörter in den alltäglichen deutschen Sprachgebrauch einschleichen, damit alles etwas fancier klingt. Manchmal veranlasst mich Denglisch aber noch zum Kopfschütteln und ich denke For real jetzt?.

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Die schwedische Westküste und ihre Krabben

Sommer, Sonne, Sonnenschein,
dazu Krabben, das muss sein.
Zitrone, Dill und Bubbelwein*1).
Schwedischer kann es kaum sein!

Landkrabben und echte Seesterne

Ein schaukelndes Boot mit windgeblähten Segeln nähert sich dem Ufer. Von hier nach da wird fröhlich gerufen und gescherzt. Auf dem Anlegesteg stehen die Gastgeber geduldig, winken den Besuchern eine herzliche Ankunft und zeigen auf die Körbe vollgepackt mit Brot, Flaschen und Geschirr. Auf dem Boot werden rote Eimer geschwenkt in denen zuoberst angetaute Eiswürfel klirren. Weitere Hände an Deck holen langsam das Segel ein und vertäuen das Boot am Steg.

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Birkensaft, des Frühlings heilende Kräfte

Frühling
Immer wieder gelingt es.
Immer wieder dringt es.
Immer wieder treibt es.
Immer wieder lockt es.
Immer wieder berührt es.
Immer wieder verführt es.
Immer wieder schreibt es.
[…]

Die Birken von Edvard Munch

Birken zum ersten Mal richtig gesehen, das heißt mit ungeteilter Aufmerksamkeit und Staunen, habe ich in Oslo. Das Munch-Museum war zu dieser Gelegenheit noch in Tøyen gelegen. Herrlich düstere Kunst,  beherbergt in einem ausgedehnten, flachen Bau,  umgeben von einem Park. Ich stand vor dem Gemälde „Allee im Schneegestöber “ und fragte mich, ob rosa Zuckerwatte auf schwarzweißen Stämmen drapiert tatsächlich einer realistischen Birke entsprechen konnte.

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Winterblues mit Roxette

Auf einem Blog, bei dem es um Schweden geht, wurde es früher oder später Zeit für ein Roxette-Tribut. Insbesondere dann, wenn die Musik des schwedischen Pop Duos einen so geprägt hat wie Line und mich. Eine der ersten Musikkassetten für die mich meine Eltern als Kind begeistern konnten, war von Roxette.

Eingängige Melodien, Texte zum Mitsingen (auch wenn ich sie damals noch nicht so verstand, geschweige denn nachvollziehen konnte) und es war um mich geschehen. In meiner Jugendzeit verstaubten dann die Roxette CDs im Regal, denn härterer Rock war angesagt. Zumindest augenscheinlich. In "schwachen" Momenten und wenn keiner mithörte, dröhnten die Herzschmerzlieder von Roxette wieder laut aus dem Radio. So wie noch heute in regelmäßigen Abständen, auch wenn Liebeskummer nicht mehr der Auslöser ist. Mein persönliches Tribute an Roxette als Liederkollagen-Gedicht, natürlich mit ganz viel Herzschmerz:

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Santa Lucia und Lussekatter

Ausblick auf den Winter

Spätestens mit der Zeitumstellung am letzten Sonntag im Oktober nehme ich Abschied von goldenen Herbsttagen. Die dankbare Zeit der Ernte und das Auskosten der letzten Sonnenstrahlen ist vorbei. Es ist Zeit den Blick zu wenden und dem langen Winter entgegenzusehen. Besonders in den nördlichen Ländern stellt sich neben vorweihnachtlicher Gemütlichkeit auch ein Gefühl der Melancholie ein.

In den nächsten Wochen schauen wir auf eine karge Welt, welche die Pracht des Sommers und den Glanz des Herbstes abgelegt hat. Bäume ohne Laubkleid strecken ihre Äste in den grauen Himmel. Auf den Schären pfeift ein kalter, unfreundlicher Wind, unter dem sich die letzten Gräser müde beugen. Auf Reisen fährt man durch kahle Landschaft, in der die Felder brach liegen und bis zum späten Frühjahr ruhen werden.

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Mein Sehnsuchtsort – Die Welt der Fantasie

Weißer Sandstrand, türkisblaues Wasser und eine Hängematte, die sich sanft hin und her bewegt. Ein Kaminfeuer, das leise in einem gemütlichen Cottage vor sich hin knistert. Das kleine schattige Plätzchen auf der belebten Piazza, wo der Kaffee am besten schmeckt. Ein Sehnsuchtsort kann für jeden unterschiedlich sein und doch haben sie alle eines gemein. Das wohlige Gefühl, das einen überkommt, wenn man sich an seinem persönlichen Sehnsuchtsort befindet.

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Ode an den Apfel

Wie schon das Brot steckt auch der Apfel voller Symbolcharakter. Allen voran ist er der Grund für Adams und Evas Vertreibung aus dem Paradies. Der Zankapfel sozusagen, welcher wiederum auf die griechische Mythologie zurückgeht. Dort löste er im Streit um die schönste Göttin den Trojanischen Krieg aus. Wilhelm Tell schießt seinem Sohn einen Apfel vom Kopf, um seine Freiheit zu erlangen. In der Familie fällt er bekanntlich nicht weit vom Stamm. Doch das half Schneewittchen nicht, denn immerhin war es die Stiefmutter, die den Apfel vergiftet hat, an dem sie beinahe erstickte.

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Blaubeersommer in Schweden

Es gibt Dinge, die gehören zum schwedischen Sommer dazu. Ein Sprung von der Klippe in die salzige See zum Beispiel, oder ein Eis am Stiel mit Lakritzgeschmack.  Ein Tag auf dem Meer, wenn einem das Segel laut um die Ohren flattert und man in kurzen Hosen fröstelt. Der enttäuschte Blick aus dem Fenster nach drei Tagen Regenwetter. Und das Blaubeeren sammeln.

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Von Seejungfrauen, Mohn und Anemonen

Ein Sommer an der schwedischen Westküste ist oft kühl und bewölkt mit einer frischen Brise die uns frösteln lässt. Dennoch gibt es ihn, den magischen Hochsommer. Wenn die Tage länger sind als wir die Augen offen halten können, dazu warm und voller Sonne. An solchen Tagen wiegen sich die hellgelben Felder flimmernd träge in der Wärme, umsummt von allerlei Getier.

Mit der Badetasche in der Hand gehen wir vorbei an hohen Gräsern, Wiesenmargeriten und Getreide. Kornblumen und Klatschmohn vermischen sich zu einem leuchtenden Sommerfeld. Der Wind fährt durch die Reihen und lässt die blauen und roten Köpfe im Wellenmuster schaukeln. Dann sind wir in Gedanken schon am Meer und beschleunigen unseren Schritt. Wunderbar ist es einzutauchen in das kühle Blau. Das Rot des Mohns und die Glut der Sonne leuchten noch vor Augen. Wir lassen uns treiben und stellen uns den Meeresgrund vor wie von H. C. Andersen beschrieben.

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Märchenhafte Pfannkuchen

„Ich esse meine Suppe nicht!“, und die Faust schlug wütend auf den Tisch.
Plitz plotz sprangen die Erbsen, die doch in der Suppe landen sollten, überall herum und entwischten den flinken Augen der Köchin. Der Suppenkasper hatte ja keine Ahnung, dass er in seiner Wut nicht nur sich selbst sondern auch eine leibhaftige Prinzessin ins Unglück stürzte! Diese war aus einem fernen Land gerade angereist und am Abend müde und dankbar für das so gemütlich vorbereitete Nachtlager. Als sie sich aber zur Ruhe betten wollte, da drückte es und zwickte es im Rücken ganz fürchterlich. Sie wälzte sich von der linken auf die rechte Seite und wieder herum. Was konnte das nur sein?

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